umgangssprachlich: (gewaltsam) sterben:

Die Redensart, deren konkrete Bedeutung dem Verständnis keine Schwierigkeiten bereitet, ist seit dem 16. Jh. bezeugt. Interessant ist sie wegen ihrer Geschichte. Sie hat Parallelen in einigen europäischen Sprachen, die alle auf antike Vorbilder zurückgehen. Statt „Gras" werden die Wörter „Erde", „Staub" oder „Sand" verwendet: französisch „mordre la poussière", italienisch „mordere la terra", spanisch „morder la tierra", niederländisch „in het zand bijten", englisch „to bite the dust (ground)". Das Dänische folgt dagegen dem Deutschen: „bide i graesset".

Vorbild für die „Erde"-Versionen ist die Antike. In Homers „Ilias" heißt es z. B., [...] nach J. H. Voß: „zween Kriegsmänner ... knirschten den Staub mit den Zähnen ...".

Der römische Dichter Vergil spricht in seiner „Äneis" von „humus" und „terra" = Erde, Ovid in den „Metamorphosen" von „arena" = Sand.

Warum in der deutschen Redensart „Erde" durch „Gras" ersetzt wurde, erklärt Grimm im „Deutschen Wörterbuch" so: „Der Wechsel des Wortes in der dt. Redensart, ‚Gras' anstelle von ‚Erde', erklärt sich aus dem gerade im älteren Deutschen häufig bezeugten Gebrauch von ‚Gras' für den Erdboden ..., wo ‚Gras' einen Symbolwert hat in Wendungen, die einen gewaltsamen Tod umschreiben." [...]

Zitate

Willy Brandt, Interview vor dem Rathaus Schöneberg in Berlin am Morgen nach der Grenzöffnung, 10. November 1989

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